PWC Columbia, Roldanillo

2022-02-13 Task 7: 107km stopped

Ein letztes Mal färbte sich der Himmel über Roldanillo bunt, als wir alle auf den Start warteten. Viel Schatten und trotzdem turbulente Thermik machten das Warten anspruchsvoll – der Regen hinter dem Startplatz erreichte uns aber Gott sei Dank nicht.
Mit einer guten Position beim Start kam ich gut in den Task-Flow hinein und zog mit den ersten mit gegen Süden über den Steinbruch hinweg. Tief hinein in den Schatten – aber Kolumbien ist anders^^ Mit 3m/s schoss es uns wieder nach oben und es ging weiter ins Flache hinaus. Vor Zarzal umrundeten wir ein Zuckerrohrfeuer nur um 5km weiter in die Russwolke zu gelangen. Schwarzer Schnee vom feinsten (da war ich mal kurz froh keinen weißen Schirm wie Maxime zu haben).
Nach La Victoria wurde aber langsam klar: mit der Landung in Cartago am Flughafen wird es wohl eher nichts: dunkle Wolken und eine massive Regenwand donnerte genau dort hinunter. Da es auch bei uns langsam zum tröpfeln begann wurde der Task auch kurz darauf gestoppt.
Gut beim Führungspulk dabei konnte ich noch einmal ein paar Punkte gutmachen und somit noch auf Platz 3 in der Damenwertung vorrutschen 😀
Overall landete ich auf dem 46. Platz.

Gratulation an die Gewinner Overall

  1. Honorin Hamard
  2. Meryl Delferriere
  3. Baptiste Lambert

sowie

  1. Meryl Delferriere
  2. Yael Margelisch
  3. ich 😉

in der Damenwertung.
Wahnsinns Ende für meinen ersten Weltcup nach der Corona-Pause!

Danke an alle die in den letzten 2 Wochen fleißig Daumengedrückt haben und mich mit netten Nachrichten zum Lachen gebracht haben!
Und DANKE an Niviuk für meinen neuen X-One!

(Eli)

2022-02-12 Task 6: 113km

Ein weiterer schneller Renntag in Folge! Wenn ich heute eines gelernt habe: mein Gas gehört nachgestellt^^ Starke Thermik und dazwischen doch gutes Sinken – also am besten im Vollgas durchbrettern 😉
Zuerst ging es an den Bergen hinauf nach Norden wo es uns teilweise doch ganz gut durchgeschüttelt hat – Bergthermik ist doch was anderes als die Flachlandschläuche an die ich mich jetzt schon ziemlich gewöhnt habe. Dafür ging es heute endlich mal wieder mit bis zu 5m/s nach oben!
Bei Toro splittete sich der Pulk zwar mal wieder etwas auf, aber diesmal blieb ich in den Bergen (da fühl ich mich doch heimischer als im Flachen) und konnte mit ca. 3km Rückstand die nördliche Wende nehmen. Danach mussten wir aber doch ins Flache hinaus um die Wende bei Obando zu nehmen. Die Führungsgruppe musste da zuerst etwas suchen, was es uns Nachzüglern ermöglichte wieder aufzuschließen. Gemeinsam mit Martin und Yael folgten wir Maxime’s Linie über die Hügel nach Zarzal hinunter. Zuerst mit unsicheren Blicken zum Hauptpulk links von uns “War das jetzt wirklich eine gute Idee?” aber im Endeffekt dann doch die richtige Entscheidung.
Über Zarzal noch einmal (viel zu viel) Höhe getankt und ab in den Endanflug. Mit richtig eingestelltem Gas hätte ich vielleicht noch ein paar Plätze gut machen können, aber so tuckerte ich im 3/4 Gas hinterher. Naja egal dafür mit entspannter Höhe über dem Goal angekommen 🙂
Morgen gibt es noch einen letzten Task – Livetracking wie schon die letzten Tage auf live.pwca.org
Und nicht aufs Daumendrücken vergessen 😉 Podium wäre noch in Reichweite…

(Eli)

2022-02-11 Task 5: 118km

Heute lernte ich vor dem Start eine neue Situation kennen: kollektives Ab-Wing-Overn oder Abspiralen. Grund dafür: eine Wolke versperrte uns den Weg nach Süden zur ersten Wende und um unten durch zu kommen, musste ein wenig Höhe vernichtet werden. Gemeinsam mit Charles und Klaudia wählte ich dann die Route am Hangfuß entlang und so konnten wir uns bevor es dann nach links ins Flache hinaus ging schön auf den Pulk draufsetzen. Am Weg nach Osten teilte sich die Gruppe dann in mehrere Pulks auf – mal war der eine voraus dann der andere. Von La Paila ging es über die kleinen Hügel bzw. im Flachen nach La Victoria hinauf. Leider kurbelte ich da einige schwache Thermiken anstatt mich mit 3-4m/s nach oben schießen zu lassen, so verlor ich den Anschluss ein wenig. Aber gemeinsam mit noch ein paar anderen Niviuk X-Ones und Johanna Hamne zogen wir dann eine gute Spur zurück an die Berge und konnten wieder Meter gutmachen. Die Aufgabe führte uns (ähnlicher Task wie letzte Woche bei den British Open) dann durch die Berge bis nach Viterbo hinauf in den Norden. Großflächige Abschattungen bremsten die Führungsgruppe etwas ein, sprich sie blieben bis zum Endanflug in Sichtweite da wir Stück für Stück aufschließen konnten. Am Ende waren es wieder ein paar Minuten hinter dem Ersten. Fazit: Anfang gut, Ende gut – Mittelteil aber noch ausbaufähig 😉

(Eli)

2022-02-10 Task 4: 75km

Endlich ist es soweit: racen mit den besten der Welt!
Heut am Startplatz kamen wir doch fast ein wenig in Stress als es hieß: Briefing und los geht’s! Keine zwei Stunden im Nebel sitzen (ok wir haben eine Stunde länger Tischtennis im Headquarter gespielt – also Auffahrt 9 statt 8 Uhr früh) sondern ankommen, Gurtzeug mit Ballast befüllen und ab in die Luft.
Heute führte uns der Task sofort ins Flache hinaus nach Zarzal. Wohl noch etwas früh für das Flachland… kurz nach 12 befanden sich 100 Piloten im Survivalmodus 100m über dem Ort. Aber einer nach dem anderen schaffte es zurück nach oben. Und so ging es in ungewohnt schwachem Steigen gefühlt im Schneckentempo gegen Norden zur nächsten Wende am Ende der Hügelkette bei La Victoria. Von Minute zu Minute wurde der Tag besser, die Thermik stärker und auch die Basis kletterte von 1800m am Start auf über 2000m hinauf (im Vergleich zu letzter Woche noch immer gefühlt viel zu niedrig… da hatten wir eher Probleme unter dem Luftraum auf 2700m zu bleiben^^).
Zuerst noch ganz gut dabei vertrödelte ich mich leider am Weg nach Süden ein wenig – kurz vor dem Goal abstehen wollte ich definitiv nicht noch einmal!
Also heute 6 Minuten hinter Honorin der als erster die ESS erreichte (und auch die meisten Leadingpunkte haben dürfte). Als erste Dame erreichte Meryl das Goal, dicht gefolgt von Yael und Johanna. Auch die deutschen Piloten waren heute wieder gut dabei mit gleich 5 Piloten unter den ersten 10 im Ziel!
Gratuliere an alle und hoffen wir auf noch ein paar weitere Tasks wie heute 😀

(Eli)

2022-02-09 Task 3: 75km

Mal endlich wieder ohne Regen am Morgen starteten wir motiviert hinauf zum Startplatz. Erst noch in der Basis wurde das herumstehen mal wieder recht lange, aber irgendwann ging es dann doch in die Luft. Ziel für heute: 75km zuerst von Rolda aus nach Obando, dann zurück nach San Franzisco und über La Victoria hinweg nach Zarzal ins Goal.
Bereits am Start machte sich die niedrige Basis auf nur knapp 2100m bemerkbar – gewohntes Hickhack seitlich der Wolke, gewagte Ausweichmanöver aber irgendwann war dann doch endlich die StartSpeedSection offen und wir konnten losziehen gegen Norden.
Glorreich verschwand ich dann für ein paar Sekunden in der Wolke, drehte brav 90° ab vom Kurs um aus der Wolke rauszukommen – abspiralen bis deutlich unter der Basis sobald keiner mehr darunter durchschießt und schon war ich ein paar Kilometer hinterher.
Die Aufholjagdt klappte aber ganz gut und so konnte ich schon ein paar Thermiken weiter wieder mit der Führungsgruppe gegen Süden zurücksteuern. Ab La Victoria wurden die Wolken immer mächtiger und demnach auch der Schatten immer größer… bevor wir aber all zu tief kamen kurbelten wir auch den Ein-Meter-Bart aus. Unter der Basis entlang ging es dann nach Zarzal und mit 8.5 Gleitzahl ins Goal ging ich die letzten 12km in den Endanflug. 10km davon mit gutem Rückenwind ließen mich mit einem 4.5 Gleiten ins Goal die End Of Speed Section erreichen (nur 7 Minuten hinter dem ersten). Umdrehen und ins Goal gleiten war der Plan… was ich aber unterschätzt hatte: die 20km/h Gegenwind die sich auf den letzten 100m zum Boden einstellten… Somit setzte ich leider schon 270m zu früh (mitten in einem Jung-Zuckerrohr Feld) auf 🙁
Schade um den guten Flug… aber es ging nicht nur mir so: auch zig anderen fraß der Pazifik-Wind die nötige Höhe für die letzten Meter weg. Somit nur 29 Leute heute im Goal, Maxime und ich 300m zu kurz, Ferdi, Charles, Honorin, Philipp, Klaudia und noch ein paar andere direkt and der ESS gestrandet.

(Eli)

2022-02-08 Task 2: cancelled

Auch heute startete der Tag wieder mal nass… mit Regen bis kurz vor 10Uhr am Vormittag war es schon ungewiss, ob wir überhaupt zum Startplatz fahren würden. Aber wir probierten es. Oben angekommen bewunderten wir die Nebelsuppe dann für einige Stunden, gaben drei unterschiedliche Task Versionen ein und redeten jede Menge hochwissenschaftlichen Kauderwelsch.
Um 14:30 Uhr dann die endgültige Entscheidung: das wird heute nichts mehr mit einem sinnvollen Task. Also nur ein kurzer verlängerter Abgleiter nach unten ins Stadion bevor die Regenwand auch das unmöglich machen konnte. Hoffen wir für die nächsten Tage auf bessere Bedingungen…

(Eli)

2022-02-07 Task 1, 82km stopped

Heute gestaltete sich nicht ganz so, wie ich mir das für den Weltcupauftakt gedacht hätte. Nach dem Morgenhike der mittlerweile ja schon zur Routine gehört verbrachten wir erst mal einige Zeit in der Basis – Aussicht auf Besserung auch eher mäßig. Dennoch tippten wir brav eine 82km Aufgaben in unsere Geräte, klebten die Startnummern in die Schirme (bin diese Saison mit 330 unterwegs) und verstauten sie dann erstmal regensicher unter den Planen.
Etwas später hudelten wir uns dann aber doch am Startplatz hinaus (der Rückenwind kommt sonst bestimmt und macht die Bedingungen auch nicht gerade besser) und kurbelten gemächlich zur niedrigen Basis hinauf. Im Laufe der Stunde bis zum Start stieg die Wolkenuntergrenze dann sogar auf 2200m (ca. waren einige unterschiedliche Basen) und mussten nur hin und wieder kleinen Regenschauern ausweichen.
Vermeindlich in einer guten Position startete ich hangnah in den Lauf hinein, nur um mich kurz darauf heruntergespült am Hangfuß auf 1200m wiederzufinden. Also: Survivalmode ON. Über ein paar Unglücklichen schaffte ich es mich wieder nach oben zurückzukurbeln (der Führungspulk und gefühlt auch alle anderen waren mittlerweile in der Ferne über den Bergen Richtung Toro verschwunden).
Einsam zog ich also meine eigene Spur durchs Flache wo mir die paar Sonnenflecken doch etwas vielversprechender aussahen als der Schatten der Berge. Zwischenzeitlich in Gesellschaft eines weiteren X-Ones zottelte ich gemächlich zur nördlichen Wende (da kamen mir die anderen schon längst wieder entgegen). Drehte um und kam endlich in die angenehme Konvergenz in 1-2m/s Steigen nach Süden. Aber schon war der Spaß wieder vorbei: “Task is stopped, Task is stopped due to rain on the course”
Na glorreich… bin also auch in Obando am Rollfeld gelandet um dann im Hangar Schutz vor dem Regen zu finden.
Also durchaus ausbaufähig für die nächsten Tage 😉
Ergebnisse und Livetracking gibt es diese Woche direkt auf der PWCA Website: www.pwca.org oder sonst auch direkt bei Flymaster: https://lt.flymaster.net/bs.php?grp=4232

(Eli)