Radsberg Open

Rund 50 Piloten kamen zu den Radsberg Open. Schon vor Wettbewerbsstart war klar, dass nur ein Task geflogen wird und sich daher die Kärntner Meisterschaften heute entscheiden werden.Um 11:45 war das Window Open zu einem 86 km Zick Zack Task. Zum Racestart um 12:45 war fast das gesamte Feld in einem Pulk. Eine Gruppe flog vor an die Kante nahe der Drau und ein Teil des Feldes flog im Hügelland etwas nördlicher. Die Linie an der Drau war deutlich besser und sie flogen die direkte Linie weiter über den Plöschenberg. Die anderen querten das Tal und drehten schon vorher auf ca. 2200m. Der Führungspulk preschte weiter Richtung TP 1 vor, knapp nach dem Klopeinersee. Nach der Wende gings dann wieder Retour Richtung Startplatz zu TP 2, der über der Drau gesetzt wurde. Wer hoch flog hatte auch kein Problem mit den knapp 15km/h Südostwind. Durch das schon langgezogen Teilnehmerfeld und den verkürzten Newcomer Task wurde auch den Leadern die 4 Meter Bärte angezeigt. Nach TP 2 gings wieder Retour Richtung TP 1 zu TP3 der Richtung Drau gesetzt wurde. Nach der Wende gings Richtung Karawanken zum TP 4, Hochobir. Die Linie blieb aber bei jedem im Hügelland nördlich der Drau. Vor der Querung über die Drau hieß es nochmals Höhe machen, um nicht im Lee und gegen den Südost abzusaufen. Nach 2:45 Std. flog Alex Schalber als erstes ins Ziel. 30 sek. später kam Markus Grübler als zweites ins Ziel und sicherte sich somit auch den Kärntner Meister, gefolgt von Flo Schiller. Rang Vier erreichte Martin Morak. Somit war auch das Kärntner Treppchen voll. Beste Dame wurde Marion Smole (Overall 13). Aufgrund der geringen Frauenteilnehmerzahl kam keine gültige Wertung zustande. Den verkürzten Newcomer Task gewann Simon Staller vor Arik Gander und Mathe Szomjak. Ein Lob an die Tasksetter und die Veranstalter für einen gelungen Bewerb.

Bericht von Markus Grübler


Bericht vom Veranstalter:

Österr. Paragleiter-Ligabewerb und Kärntner Landesmeisterschaft

Bis so ein Bewerb durchgeführt werden kann, ist im Vorfeld einiges zu erledigen. Terminkoordination mit der LIGA bereits im Vorjahr, Ausschreibung in Deutsch und Englisch, Web-Portal einrichten, Registrierung und Genehmigung durch FAI und ONF, Genehmigungsansuchen an die Ktr. Landesregierung, Meldung an Gemeinde, Haftungserklärung Gemeinde, Veranstalterhaftpflichtversicherung abschließen, Abstimmung mit Austrocontrol, Notams eröffnen, Vorbereitung Anmeldung und Registrierung, Organisation von Helfern, Bussen, Zelt, Lautsprecher, Getränke und Verpflegung etc., Vorbereitung Briefing, Vorbereitung Siegerehrung, Pokale, und und und … aber zumindest das Formelle geht schon überall digital.

50% aller Bewerbe werden wegen Schlechtwetter abgesagt und finden nicht statt. Wenn man das weiß, ist es schlimm für die Motivation so eine Veranstaltung zu organisieren!

30. April 2022, es ist ein Hammer-Tag, wie man sich ihn für so einen Streckenflugbewerb wünscht. Wenn das Wetter passt und die Piloten in die Luft kommen, ist schon sehr viel gewonnen. Auch, wenn schon wetterbedingt vorhersehbar der 2. Bewerbstag gecancelt werden muss, die Vorbereitungen waren nicht umsonst. Letztendlich sind 60 Teilnehmer registriert.

Bis der Wettkampfpilot tatsächlich airborne ist, steigt die Spannung, sowohl bei den Organisationsteams und auch bei den Teilnehmern. Registrierung, Bezahlung Nenngeld, formale Erledigungen am Papier und digital, persönliche Erledigungen, Ausrüstung, Wegpunkte downloaden, Briefing nach Briefing, Wetter, Lufträume, Sicherheit, Tasksetting, Rückholung bei Außenlandungen, Startvorbereitungen – alles muss in den Kopf, ins Handy oder ins GPS-Gerät hinein und überall gibt es irgendwo immer ein kleines oder größeres Problem, egal ob Wettkampfpilot oder Organisator. Aber, für 11:45 Uhr ist das “window open” festgelegt und es geht los, starten erlaubt. Natürlich erst, wenn man sich in die “sign in”-Liste eingetragen hat.

Optimale Startwindbedingungen. Durch den Einsatz von Starthelfern geht es zügig und kontrolliert in die Luft. Ich kann nur einen Startabbruch ausmachen. Top Arbeit von allen Starthelfern und disziplinierten Piloten. 30. April, ein “gerader” Kalendertag, heißt Drehrichtung “rechts” für alle im Startpulk.

Die Schwarmintelligenz von 60 Piloten bringt den Pulk auf die maximale Höhe an die richtige Position für den Luftstart um 12:45 Uhr. Ein selten schönes Bild am Himmel. Leider muss ich als Veranstaltungsleiter jederzeit am Boden erreichbar sein um relevante Entscheidungen treffen zu können.

Start. Es gilt SSS, heißt “Start of speed section”, und schon ist der Startpulk weg, denn die Zeit läuft ab jetzt. Schließlich muss das Sattnitzgebirge, mit einer Höhe von rd. 800m MSL eher Flachland, zwischen den Wendepunkzylindern RADSBERG und LUDMANNSDORF so schnell als möglich im Zick-Zack-Modus, also zweimal abgeflogen werden. Zum Schluss noch eine Talquerung Richtung HOCHOBIR, das ergibt eine Strecke von 85,6km bzw. 68,8km für die Newcomer, bevor an der ESS, heißt “End of Speed Sektion”, die Zeit für die Wertung genommen wird. Der Pilot hat alle Informationen auf seinem GPS-Display auf seinen Cockpit (bis auf Hoppl, er fliegt auf Ansage nach Ortsangaben).

Die Zeit und die zurückgelegten km werden in Punkte umgerechnet, macht alles der Computer. Auch das Ermitteln weitere Punkte wie z. B. Leadingpoints für’s Vorausfliegen, oder Punkte für das Erreichen des “Goals”. Und das ist einzigartig im Fluggebiet Radsberg, denn das Ziel liegt gleich hinter dem Startplatz auf gleicher Höhe.

Die Flugbedingungen sind wirklich gut, starke Bärte, hohe Basis, trotzdem ist im Flachland “hoch fliegen” angesagt, sonst steht man am Boden. Passiert natürlich einigen. Mittlerweile arbeitet der Rückholdienst auf Hochtouren. Außengelandete Piloten müssen zurück zum Headquater gebracht werden. Ein harter Job für die Organisation, denn es ist nichts planbar. Kristina braucht bzw. hat gute Nerven. Standorte werden hereingemeldet und Busfahrer ausgeschickt. Flexibilität eines jeden Einzelnen ist angesagt. Manch außengelandeter Pilot hat seinen Schirm noch nicht zusammengelegt, schon ist der Rückholerbus da. Das ist das größte Lob für die Rückholorganisation. 2/3 des Teilnehmerfeldes müssen zurückgeholt werden, 1/3 hat das Ziel erreicht, der schnellste in 2 Std. und 45 Minuten. Ich sehe viele glückliche Gesichter, es war eine keine leichte Aufgabe. Alle hatten ein schönes Flugerlebnis mit bester Aussicht auf die Kärntner Seenplatte, mit Wörthersee und Rosental, begleitet von den schneebedeckten Karawanken. Und nichts ist passiert, das ist das Wichtigste! Die Fluganalysen und Landebiergespräche haben längst begonnen, Erlebnisse und Erfahrungen werden ausgetauscht. Die Fliegergemeinschaft ist stark und steht bei den meisten über dem Konkurrenzdenken.

Warten auf das Ergebnis. Nun arbeitet die Auswertung (Manfred, Florian und Tom) auf Hochtouren. Das automatische Übertagen der tracks funktioniert nicht bei jedem, daher muss händisch gecheckt werden. Das Ergebnis steht nun fest, natürlich online hier und die Siegerehrung kann beginnen. Gratulation allen 60 Teilnehmern und allen Gewinnern der Podestplätze sowie dem neuen Landesmeister!

Mein größter Dank gehört allen freiwilligen Helfern, ohne eure Unterstützung wäre so eine erfolgreiche Veranstaltung nicht möglich!

Bericht und Fotos von Ewald Kaltenhofer

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